Gemini Krocket

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Eine feste Größe im annapolitanischen Jahresablauf ist das Krocket-Match zwischen den beiden hier ansässigen Colleges: der Naval Academy und St. John’s, einem eher geisteswissenschaftlich angehauchten College mit nur etwa 400 Studenten. Das Spiel findet außerhalb von Ligen oder Tabellen oder Sonstigem statt und startete vor fast vierzig Jahren als Beweis, dass die bebirkenstockten Schluffis von St. John’s die durchtrainierten Offiziersanwärter der Navy  durchaus in einer Sportart schlagen können: Krocket. Und tatsächlich gewinnen die Johnnies meistens (so auch dieses Jahr), auch wenn Navy in den letzten paar Jahren ein, zwei Siege verbuchen konnte.

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Regelwerke zwingen die Navy-Spieler dazu, in Krocketuniform aufzulaufen, während die Johnnies sich jedes Jahr verkleiden – in diesem Jahr als Südstaatenfarmer, dies zumindest meine Interpretation -, was zu einem hübschen Kontrast führt. Das Spiel bzw. derer drei findet auf dem Rasen vor St. John’s statt. Unbedingt dazu gehört, dass die Besucher sich aufs Feinste herausputzen, gerne im Stil der 1920er (die besten Outfits werden prämiert), Picknicks einpacken und den Rasen mit Decken und Stühlen bevölkern. Hut ist eigentlich Pflicht, hatte aber leider keinen.  Dafür jetzt einen zartroten Sonnenbrand dans le visage. Traditionell läutet das Match auch den Frühlingsbeginn ein, der Champagner fließt in Strömen, die Navy-Band spielt Swing und es wird das Tanzbein geschwungen. Annapolis, ein guter Ort.

[Mehr Bilder finden Interessierte hier.]

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A Day of Firsts (and Second Places)

Saturday started with our first race – a hilly 5km in the freezing 8am morning cold. My legs were still pretty sore when we started out and the hills didn’t make in any easier, but it was fun anyway. Karl got second place in his age group – pretty neat! All in all, our running class won five medals in various age groups and Karl was asked to parade his around next time we meet. Here’s him practicing:

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The race was followed by my first ever college football game. Ich hab ja schon mehrfach erwähnt, dass wir direkt neben der Naval Academy wohnen. Die ist im Grunde ein Militär-College. Entsprechend gibt es auch zahlreiche Sportteams etc, die sich mit den anderen im Lande messen. Unser einer Nachbar arbeitet für den Oberboss des Colleges, den sog. Superintendenten, und hatte sich eines Abends erboten, uns allen Tickets zu besorgen. Als wir gemeinsam auf den Parkplatz fuhren, stellte sich aber rasch raus, dass es sich nicht um irgendwelche Tickets handelte – oh, nein. Absperrungen wurden rasch für uns geöffnet und wir in einen für uns freigehaltenen Premiumparkplatz eingewiesen. Karl und ich waren als persönliche Gäste des NA-Oberbosses anwesend. Und so kamen wir in den Genuss seiner Tailgateparty, einer Art Essen/Trinken/Einstimmen vor dem Spiel (normalerweise aus dem Kofferraum auf dem Stadionparkplatz). In einem hübsch beheizten Zelt mit Buffet und Freigetränken und in Gesellschaft von etwa zwanzig Admirälen, Bossen von CIA und NSA und allerlei sonstigen hochrangigen Staatsdienern. Entsprechend uniformiert und mit hochglanzpolierten Damen an der Seite. Karl und ich wirkten wie die reinsten Hippies (K: “I’m the only man with facial hair in this room”). Vor dem Spiel marschierten dann die Studenten der Akademie auf, einige Flugzeuge donnerten über uns hinweg, das ganze Programm. Und dauernd wurden irgendwelche Kanonen gezündet.

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Dieses Foto stammt vom Privatbalkon des Superintendenten.

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Natürlich hatten wir die besten Plätze, direkt an der 50-yard-Linie. Was auch sonst! Man ist ja schließlich nicht irgendwer. Leider konnte ich dem Spiel überhaupt nicht folgen. Was für eine abgehackte Sportart. Lasst uns für unsere Zwecke festhalten, dass Navy das Spiel haushoch gewann. Aber ohne uns. Wir stahlen uns am Ende des dritten Quarters davon, weil es einfach zu langatmig war, spazierten nach Hause und bestellten unterwegs viel zu viel Pizza. Hier gilt das Gleiche wir beim Einkaufen: Vorher eine Kleinigkeit essen!! Nun werden wir uns noch die nächsten Tage von unserer Bestellung ernähren.

Nach der Pizza gings direkt weiter, wir fuhren nach Easton, drüben auf der anderen Seite der Chesapeake Bay. Karl hatte uns Tickets for Josh Ritter besorgt, der dort drüben in einem alten umfunktionierten Kino spielte. Das Konzert (übrigens unser erstes gemeinsames!!!) war eine Riesenfreude und einfach nur unglaublich gut. Gegen Mitternacht knallte ich schließlich völlig erschöpft ins Bett und schlief so gut wie lange nicht.

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